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Einblick #4

Mit einer Printkampagne hat die Kinderhilfestiftung anlässlich ihres 25jährigen Jubiläums auf ihre Projektarbeit aufmerksam gemacht. Die ausgewählten Projekte dokumentieren die Bandbreite der Förderung.
 
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Die Situation:
Nicht sehen, was die anderen sehen

Lesen, was an der Tafel steht, ist für die meisten Schüler etwas ganz Selbstverständliches. Für unsere Schüler nicht: sie sind stark sehbehindert und sehen nur noch eingeschränkt, das heißt, sie müssen raten. Für diese Kinder ist es so etwas wie eine kleine Offenbarung, wenn sie mit Hilfe moderner Computertechnik endlich lesen können, was tatsächlich an der Tafel steht – wenn aus schemenhaften Strichen Konturen von Wörtern und Zahlen werden.

Die Hermann-Herzog-Schule in Frankfurt am Main ist ein überregionales Beratungs- und Förderzentrum für Sehbehinderte. Das größte Problem für unsere sehbehinderten Kinder in einer normalen Regelschule ist das Ablesen von der Tafel und die hat besonders in der Oberstufe eine wichtige Funktion: viele Unterrichtsinhalte werden gemeinsam an der Tafel entwickelt. Natürlich gibt es schon seit einiger Zeit Hilfsmittel, die relativ einfach zu bedienen sind und mit der sehbehinderte Kinder von der Tafel ablesen können. Aber die sind sperrig und nicht transportabel. Das bedeutet für diese Kinder, dass sie beispielsweise im Chemieunterricht oder in anderen Fachräumen wieder raten müssen und auf sehende Mitschüler angewiesen sind. Grundsätzlich sind Informationen in gedruckter Form für Sehbehinderte fast unzugänglich, weil insbesondere Lexika und andere Nachschlagewerke eine sehr kleiner Schriftgröße haben.

Das Projekt:
Computer eröffnen Wissensräume

Computer und der Zugang zum Internet helfen, diese Barriere zu überwinden. In unserer Schule bekommen die Kinder ab dem 5. Schuljahr einen eigenen PC-Arbeitsplatz. In den Regelschulen setzen wir ab dem 7. Schuljahr mobile Arbeitsplatzlösungen ein. Früher ist das nicht möglich, da jüngere Schüler mit der Bedienung dieser Technik sowie dem Auf- und Abbau noch überfordert sind. Ein solcher Arbeitsplatz besteht aus einer kleinen Kamera und einem Notebook. Die Kamera filmt die Tafel und überträgt sie auf den Computerbildschirm. So können die Schüler Buchstaben und Zahlen auf die Größe zoomen, die für sie lesbar sind. Außerdem lassen sich damit Screenshots von der Tafel erstellen, so dass sich die Schüler auch zu Hause in Ruhe nochmal damit beschäftigen können. Denn die Anlage ist mobil und macht jeden Ortswechsel – ob innerhalb der Schule oder zu Hause – problemlos mit. Eine solche Einheit kostet 4.000 Euro. Die Kinderhilfestiftung hat dankenswerter Weise rund 40 voll ausgestattete Computerarbeitsplätze für die Hermann-Herzog-Schule sowie 10 Arbeitsplätze für Regelschüler finanziert.

Der Erfolg:
Bessere Perspektiven

Durch den Computer und das Internet können auch unsere Schüler an der Wissens- und Informationsgesellschaft teilhaben. Das wiederum ist eine wichtige Voraussetzung für ihre spätere berufliche Eingliederung und verbessert allgemein die Lebensperspektiven sehbehinderter junger Menschen. Und: Unsere Schulabgänger haben durch den geübten Umgang mit dem PC vielleicht sogar einen kleinen Vorsprung gegenüber nichtsehbehinderten.

Botschafter:
Karl-Hermann Friedrichs, Leiter der Hermann-Herzog-Schule für Sehbehinderte, Frankfurt am Main

Mehr über die Herman-Herzog-Schule erfahren Sie unter: www.hhs-ffm.de