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24.08.2005
Kinder - Zukunft - Deutschland
Friedrich Merz beim Jahresempfang der Kinderhilfestiftung e. V.

Er gilt als kluger Kopf, gibt sich streitbar und ist um Antworten nie verlegen. Seine Idee, die Steuererklärung so auszurichten, dass sie auf einen Bierdeckel passt, brachte ihm weitreichende Popularität.

Die Rede ist von Friedrich Merz. Ihn konnte Dr. med. h. c. Dieter W. F. Hofmann, 1. Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e. v., beim 15. Jahresempfang der Stiftung am 23. August im Kempinski Hotel Gravenbruch als Gastredner begrüßen.

Etwa 450 Gäste waren gekommen. Untern ihnen auch: Frankfurts Bürgermeister Joachim Vandreike, Staatsministerin a. D. Ruth Wagner, der ehemalige Kämmerer der Stadt Frankfurt Dr. h. c. Ernst Gerhardt, der Publizist Professor Arno Lustiger, der amerikanische Generalkonsul Peter W. Bodde.

Sie alle wollten erfahren, wie Friedrich Merz, der als klarer Denker und scharfzüngiger Debattenredner bekannt, sich den Weg vorstellt, der notwendig, um Deutschland aus der Krise zu führen. Titel seiner Überlegungen: „Unsere Kinder brauchen eine gute Zukunft - in Deutschland!“

Trotz eines engen Zeitfensters stand für Merz der Termin nie in Frage. Denn die Kinderhilfestiftung mit ihren Zielen und Projekten für chronisch kranke Kinder im Rhein-Main-Gebiet verlange uneingeschränkte Unterstützung und sei höchst nachahmenswert.


Kinder in der Defensive

Die deutsche Gesellschaft, so der Bundestagsabgeordnete und einstige CDU-Stratege, sei nicht wirklich kinderfreundlich. Zu oft würden Kinder als störend empfunden. Dabei müsste Kinderlärm Musik sein in unseren Ohren, gelte doch die Zahl der Kinder als entscheidend für die gesellschaftliche Zukunft Deutschlands. Zusätzlich wäre es ein Unding, dass auf die Frage „Warum keine Kinder?“ 68 Prozent mit „Der hohen Kosten wegen“ antworteten und 38 von 100 mit dem Hinweis auf mangelnde Betreuungsmöglichkeiten.


Was Deutschland braucht

Dem gegenzusteuern ist laut Merz vor allem Aufgabe der politisch Verantwortlichen. Er selbst nennt diese Schritte als entscheidend für eine Änderung:

Die Revision des Sozialversicherungs- und Steuersystems und
seine konsequente Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt; die frühe und individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie die Ausformung von Leistungs- und Bildungseliten; die Verbesserung unserer Beziehungen zu Naturwissenschaft und neuen Technologien mit dem Ziel, Deutschland auf diesen Gebieten weltweit mindestens unter die ersten drei Nationen zu führen; und viertens die Integration ausländischer Kinder und Jugendlicher in die demokratischen Entscheidungsprozesse der Bundesrepublik Deutschland.


Die Familie als Nukleus

Doch von zentraler Bedeutung für die Rückführung der deutschen Gesellschaft zu mehr Kinderfreundlichkeit sei die Familie. Denn Sozialkompetenzen, die auch im Leben später gebraucht und wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, entstünden hier am besten. In diesem Zusammenhang geißelt Merz die immer noch zu beobachtende Stigmatisierung derer, die sich ganz für das „Unternehmen Familie“ entschieden; das gelte übrigens für Frauen wie Männer gleichermaßen.

Auch für eine größere Vereinbarkeit von Familie und Beruf votiert Friedrich Merz. An die Unternehmer richtet er daher die Forderung nach dem familienfreundlichen Betrieb. Denn fehlten heute Kinder, fehlten morgen Arbeitnehmer und übermorgen Kunden.


Zuversicht in die Zukunft Deutschlands

Gleichwohl: Merz gibt sich optimistisch. Immerhin sei festzustellen, dass mehr und mehr Kinder und Jugendliche den Wert der Familie erkennen würden und zu schätzen wüssten. Diese Haltung zu fördern und auszubauen, gelänge über eine Politik für und mit Kindern und Jugendlichen. Das verlange auch, darauf zu achten, dass das Missverhältnis - Abwanderung der jungen Menschen und der Leistungseliten einerseits und Zuwanderung in die Sozialsysteme andererseits - aufgebrochen werde.

Trotzdem: Ihn trage ein neues Maß an Zuversicht für Deutschlands Weg ins 21. Jahrhundert, wenn unseren Kindern und Jungendlichen mehr Chancen gegeben werden. Weil, so Friedrich Merz in seinem Buch „Nur wer sich ändert, wird bestehen“: Der Umgang einer Gesellschaft mit Kindern sage „mehr über den geistigen und moralischen Zustand des Landes aus als alle ökonomischen Erfolge zusammen“.


Zum Jahresempfang der Kinderhilfestiftung e. V.

Mit dem Jahresempfang bedankt sich die Kinderhilfestiftung e. V., die sich seit 1982 in der Rhein-Main-Region um chronisch kranke Kinder sowie deren Familien kümmert, bei ihren Mitgliedern, Freunden, Förderern und Spendern für deren unermüdliches Engagement.

Der erste dieser Empfänge fand 1990 statt. Jeder von ihnen erhielt seine besondere Note durch den jeweiligen Gastredner. So steht Friedrich Merz, der Redner des Jahresempfangs 2005, in einer Reihe mit Persönlichkeiten wie Ignatz Bubis, Hans Eichel, Volker Hauff, Roman Herzog, Otto Graf Lambsdorff, Marcel Reich-Ranicki, Lothar Späth oder Theo Waigel.

Die Finanzierung der Jahresempfänge erfolgt allein über Sponsoring. Spenden-Gelder finden dafür keine Verwendung. Für den Jahresempfang 2005 hat die Hypo Vereinsbank Frankfurt am Main die Kosten übernommen. Die Kinderhilfestiftung dankt herzlich für diese großzügige Geste.


Für Fragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Monika Böttcher
Böttcher & Böttcher Kommunikation
Tel: (0 69) 40 50 85 8-0
E-Mail: boettcher-boettcher@t-online.de

Norbert Sickenberger
Tel: (0 172) 61 63 357
E-Mail: n.sickenberger@t-online.de


Weitere Informationen über die Kinderhilfestiftung unter:

www.kinderhilfestiftung.org