Pressemitteilungen
15.12.2006
Kinderhilfestiftung realisiert Waisendorf in Sri Lanka
Neues Zuhause für mehr als 100 Tsunami-Opfer eingeweiht
 Frankfurt am Main, 12. Dezember 2006 — Die Kinderhilfestiftung e.V. hat gemeinsam mit Partnern ein Waisendorf in Batticaloa an der Ostküste Sri Lankas realisiert. Die Stadt liegt in einem der von der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 am stärksten betroffenen Gebiete. Für den Bau des Waisendorfes namens „Village of Hope“ hat die Kinderhilfestiftung e.V. 250.000 Euro aufgebracht. Mehr als einhundert Waisenkinder können darin ihr neues Zuhause finden. Das Dorf wurde trotz schwieriger Rahmenbedingungen vor Ort in einer Rekordbauzeit von nur 16 Monaten fertiggestellt. Ende November fand im Beisein von politischen und religiösen Würdenträgern des Landes sowie von Dr. med. h.c. Dieter Hofmann, dem Vorsitzenden der Kinderhilfestiftung e.V., und Kuratoriumsmitglied Klaus Richter, die offizielle Einweihung statt.
Zeichen der Hoffnung
Der sechsjährige Puvithra und die vierjährige Lugia strahlen übers ganze Gesicht: In Windeseile haben sie und mit ihnen rund vierzig weitere Waisenkinder ihr neues Zuhause erobert. Es ist das „Village of Hope“, ein Dorf für Kinder, die durch das schwere Seebeben in 2004 ihre Eltern verloren haben und seitdem notdürftig in Zelten untergebracht waren. Zehn eingeschossige Wohnhäuser, ein zweigeschossiges Hauptgebäude mit Versammlungsraum, eine Krankenstation, ein Wasserturm samt Wasserreinigungsanlage sowie ein Stromgenerator gehören zu der kleinen Siedlung. Entstanden ist sie auf Initiative der Frankfurter Kinderhilfestiftung e.V. und – sie setzt ein Zeichen der Hoffnung in dieser krisengeschüttelten Region. Denn das Gebiet um Batticaloa wurde nicht nur vom Tsunami besonders schwer heimgesucht, es steht zudem seit Jahren im Zentrum der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen auf der Insel. „Die Teilnahme des Erzbischofs und anderen führenden Würdenträgern auch der Hindus, Buddhisten und Muslime sowie Repräsentanten der Stadtverwaltung an der Einweihungsfeier des „Village of Hope“ unterstreicht deshalb um so mehr, welche Bedeutung das Projekt für die Region hat“, berichtet Dr. Hofmann, der zusammen mit Richter in das 800 Kilometer von Colombo entfernte Batticaloa reiste, um sich von der Fertigstellung des Waisendorfes zu überzeugen und bei der Einweihung dabei zu sein.
Schnell, direkt und unbürokratisch
Auch wenn das „Village of Hope“ zu den wenigen Engagements der Kinderhilfestiftung e.V. im Ausland zählt, so werden die Vorgehensweise und die Prinzipien der privat organisierten Initiative daran besonders deutlich: „Wir haben uns im Vorstand schnell darüber verständigt, dass wir einen Beitrag für die Waisenkinder in Sri Lanka leisten wollen, über unser privates Netzwerk vertrauensvolle Partner direkt vor Ort gefunden, die uns mit ihrer Erfahrung bei der Umsetzung unterstützt haben, und unbürokratisch 250.000 Euro an Spendengeldern bereitgestellt“, erklärt der Vorsitzende. „Da sich die Kinderhilfestiftung e. V. den Betroffenen wie den Spendern gleichermaßen verpflichtet fühlt, haben wir uns persönlich um die Verwendung der Mittel gekümmert und kontinuierlich vom Baufortschritt des Projekts überzeugt.“ Auf diese Weise kann die Kinderhilfestiftung e.V. garantieren, dass jeder gespendete Euro tatsächlich den betroffenen Kindern zugute kommt – ob hierzulande oder anderswo auf der Welt.
Ordensschwestern betreuen Waisenkinder
Kindern, die durch den Verlust ihrer Eltern ein schweres Trauma zu verarbeiten haben, eine Lebensperspektive zu ermöglichen, die mehr als die elementaren Grundbedürfnisse abdeckt, ist der Anspruch des „Village of Hope“. Schwestern des Ordens der Mutter Teresa und des Franziskanerorderns betreuen die Waisenkinder im Alter von zwei bis etwa vierzehn Jahren. Nach und nach sollen 100 Kinder hier ihr neues Zuhause finden. „Bei der Gestaltung war uns der Dorfcharakter sehr wichtig, der den Waisenkindern ein Gefühl der Gemeinschaft vermitteln soll“, betont Richter. „Deshalb sind die zehn Häuser kreisförmig um eine Spielwiese herum angeordnet, die als Mittelpunkt des Dorfes und Treffpunkt für die Kinder gedacht ist.“ Jedes Haus kann zehn Kinder beherbergen, die von je einer Ordensschwester betreut werden. „Die Schule ist nur 500 Meter entfernt und auch andere Einrichtungen sind unserem Beispiel gefolgt und siedeln sich um das „Village of Hope“ an“, beschreibt Richter die erfreuliche Entwicklung.
Projekt mit Nachhaltigkeit
Mit der Einweihung des Waisendorfes soll das Engagement der Kinderhilfestiftung e.V. jedoch noch nicht beendet sein. „Um das ganze Dorf – inklusive aller benötigten Lebensmittel – zu unterhalten, sind annähernd 50.000 Euro pro Jahr erforderlich. Wir wollen dafür Sorge tragen, Sponsoren dafür zu finden, so dass das Dorf auch in Zukunft wirtschaftlich abgesichert ist“, skizziert Dr. Hofmann die Perspektive. Und Richter ergänzt, dass das „Village of Hope“ auch eine Möglichkeit des Austausch von Pflegekräften vom Rhein-Main-Gebiet nach Batticaloa und umgekehrt bieten könne.
Fotos zur Einweihung des „Village of Hope“ in Batticaloa / Sri Lanka können unter www.kinderhilfestiftung.org honorarfrei heruntergeladen werden. Auf der Website stehen auch weitere Informationen über Idee, Ziele und Projekte der Kinderhilfestiftung e.V. bereit.
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